Cristian Măcelaru und Brahms in Timișoara

Cristian Măcelaru und Brahms in Timișoara

Cristian Măcelaru und Brahms in Timișoara

Ein Film von Claus Wischmann, 43 min., WDR/ARTE 2023

Nächste Ausstrahlung: 26. November um 17:40 Uhr auf ARTE

Für Cristian Măcelaru ist es ein Heimspiel: Der Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters reist mitsamt seinem Orchester in die Europäische Kulturhauptstadt 2023. Als jüngstes von zehn Kindern ist er im rumänischen Timișoara aufgewachsen. Jetzt kommt er als Star zurück, in Begleitung des Pianisten Simon Trpčeski und dem 2. Klavierkonzert von Johannes Brahms.

Mit siebzehn Jahren hat er Rumänien verlassen und sein Glück in den USA und Europa gesucht. Als Violinist und Dirigent machte Cristian Măcelaru schnell Karriere. Seit 2021 ist er Musikdirektor des Orchestre National de France und Chefdirigent des WDR-Symphonieorchesters. Jetzt kehrt er zusammen mit seinem Kölner Orchester zurück in das rumänische Timișoara. Auf dem Programm steht das zweite Klavierkonzert von Johannes Brahms. Mit dem gefeierten Simon Trpčeski hat Măcelaru sich einen Freund und Weggefährten als Pianisten auserkoren.

In unmittelbarer Nähe zu Ungarn liegt Timișoara. Die drittgrößte Stadt Rumäniens ist ein kultureller Schmelztiegel und wird auch aufgrund der eindrucksvollen Architektur Klein-Wien genannt. Hier ist Cristian Măcelaru als jüngstes von zehn Kindern aufgewachsen. Jedes Kind musste ein Instrument erlernen, um das Kirchenorchester des Vaters zu verstärken. „Wir alle spielten ein Instrument, der eine die Geige, der andere das Cello. Meine Mutter spielte die Flöte. Gesungen haben wir alle. Es war eine echte Kakofonie.“

Der Film begleitet Cristian Măcelaru, die Hornistin Melanie Pschorr und den Pianisten Simon Trpčeski bei den Proben und im Konzert. Die Philharmonie von Timișoara ist ein ehemaliges Kino und kaum für ein achtzig Personen Orchester ausgelegt- eine wahre Herausforderung für Orchesterwarte, Musiker und Dirigent.

Bei einem persönlichen Stadtrundgang erzählt uns Cristian Măcelaru die bewegende Geschichte der rumänischen Revolution, die in Timișoara ihren Ursprung hatte und im Kreis seiner Großfamilie erleben wir den internationalen Stardirigenten als Privatperson.

Tiny House Concert | Das ist Klassik “Down to Earth!”

Tiny House Concert | Das ist Klassik “Down to Earth!”

Tiny House Concert | Das ist Klassik “Down to Earth!”

Eine Reihe von Maren Bekker, 5 Folgen à 26 min, DW und ARD Kultur, 2023

Elitär und abgehoben, so empfinden viele die Welt der klassischen Musik. TINY HOUSE CONCERT will das ändern und die Klassik vom Podest holen!

Mit dabei sind Steven Walter, Intendant des Beethovenfests Bonn, und Coco Elane, Künstler*in und Klassik-Aussteiger*in aus Überzeugung. In der Küche von Stevens Tiny House im grünen Bonner Umland treffen sie Stars der internationalen Musikszene. Sie alle haben – neben ihrem Lieblingsrezept – auch Instrumente dabei. Und sie reden Klartext über ihre Erfahrungen in der Klassikwelt: als „Wunderkind“ am Piano, als Punk-Fan an der Musikhochschul oder als kreativer Überflieger in einem traditionellen Orchester.

Und während draußen die Sonne untergeht, gibt es drinnen intensive Gespräche und Live-Musik in höchster Qualität – plus viele überraschende Momente. Oder wussten Sie zum Beispiel, wie man mit Knetgummi den Klang eines Klaviers verändert? Dass Johann Sebastian Bach und Miles Davis möglicherweise das perfekte Jamsession-Duo abgegeben hätten? Und warum eigentlich begeistertes Klatschen zwischen den Sätzen eines Konzertes mitunter zu wütenden Zischlauten im Publikum führt?

Danae Dörken: Vom Wunderkind zur Starpianistin

Als Danae Dörken ihr Studium an einer der renommiertesten musikalischen Talentschmieden Deutschlands begann, war sie gerade einmal 11 Jahre alt. Der Leistungsdruck war enorm, ebnete ihr aber den Weg in eine internationale Karriere. Im Tiny House erzählt sie von blutigen Klaviertasten, ihren Strategien gegen Lampenfieber und Konzerten im Geflüchtetenlager. Und bringt dann, mitten in der Nacht, die hölzernen Hauswände mit Manuel de Fallas‘ Feuertanz zum Wackeln.

Deutsch: in der ARD-Mediathek

Englisch: auf dem DW Classical Music YouTube Kanal

Kalle Kalima: Unterwegs zwischen Jazz und Barock

Der finnische Gitarrist Kalle Kalima  ist eine prägende Figur der europäischen Jazz-Szene – und Spezialist für jazzig-barocke Kollaborationen. Denn diese zwei Genres passen – trotz der mindestens 150 Jahre, die zwischen ihnen liegen – richtig gut zusammen! Im Tiny House Concert erzählt er, wie er zum „musikalischen Terroristen“ wurde und improvisiert zu einem barocken Gassenhauer: Dem Kanon in D-Dur von Johann Pachelbel.

Deutsch: in der ARD-Mediathek

Englisch: auf dem DW Classical Music YouTube Kanal

Isang Enders: Auf der Suche nach musikalischer Freiheit

Mit gerade einmal 20 Jahren bekam Isang Enders einen Orchesterjob, von dem viele nur träumen können: Erster Solocellist der Staatskapelle Dresden! Doch bald merkte er: „Irgendwie werde ich hier zum Yuppie“ und schmiss hin. Heute genießt er die Freiheiten einer Solokarriere. Im Tiny House zeigt er sein Können: von Bach über Hans-Werner Henze – bis hin zur Frankfurter Grünen Soße nach altem Familienrezept.

Deutsch: in der ARD-Mediathek

Englisch: auf dem DW Classical Music YouTube Kanal

Kai Schumacher: Gegen alle Pianisten-Klischees

Eigentlich wollte Kai Schumacher Rockstar werden. Erst als er erkannte, dass auch klassische Musik popkulturelle Bezüge haben und sogar politisch und systemkritisch sein kann, konnte er sich auf eine Karriere als Pianist einlassen. Den Abend im Tiny House läutet Kai mit einer chilenischen Protesthymne ein, baut dann Stevens Piano zum Synthesizer um und analysiert später die kompositorische Schönheit eines Trinkliedes.

Deutsch: in der ARD-Mediathek

Englisch: auf dem DW Classical Music YouTube Kanal

Anna-Lena Elbert: Unterwegs auf den Spuren des Liedes

Sopranistin, das ist doch nur etwas für geborene „Diven“, extrovertiert und laut  – oder? Es dauerte eine Weile, bis Anna-Lena Elbert merkte, dass das „Bühnen-Ich“ und ihr „privates Ich“ durchaus zwei Paar Schuhe sein können. Im Tiny House erzählt die preisgekrönte Sopranistin von der Entdeckung ihrer inneren Rampensau und von ihrer Liebe zum Lied quer durch die Jahrhunderte – inklusive Live-Performance: vom Ohrwurm der Renaissance bis hin zur Neuen Musik mit dadaistischen Texten.

Deutsch: in der ARD-Mediathek
Englisch: auf dem DW Classical Music YouTube Kanal

Sternstunden der Musik | Sergiu Celibidache und die Berliner Philharmoniker

Sternstunden der Musik | Sergiu Celibidache und die Berliner Philharmoniker

Sternstunden der Musik | Sergiu Celibidache und die Berliner Philharmoniker

Ein Film von Holger Preuße und Philipp Quiring, ZDF/ARTE, 43 min., 2023

Erst durch die Bitte des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker kam das Konzert 1992 zustande. Der legendäre rumänische Dirigent Sergiu Celibidache und die Berliner Philharmoniker sollten sich wieder miteinander versöhnen. Celibidache hatte das Orchester nach Ende des Zweiten Weltkrieges von 1945 bis 1954 in über 400 Konzerten geformt. Als das Orchester nach dem Tode von Wilhelm Furtwängler – dem langjährigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker – nicht Sergiu Celibidache zu dessen Nachfolger bestimmte, sondern Herbert von Karajan, kam es zum Streit und schließlich zur Trennung. Celibidache zog sich tief gekränkt zurück und schlug jedes Angebot einer weiteren Zusammenarbeit aus.

Es dauerte 38 Jahre, bis Sergiu Celibidache ans Pult der Berliner Philharmoniker zurückkehrte. Es ging als sogenanntes ‚Versöhnungskonzert‘ in die Musikgeschichte ein. Celibidache hatte zur Bedingung gemacht, dass er doppelt so viele Proben wie üblich bekam. Auf dem Programm stand Anton Bruckners 7. Sinfonie. Vor den Musikern bekannte Celibidache, dass die Berliner Philharmoniker eine „determinierende Rolle“ in seinem Leben gespielt hätten und er hier seine „ersten musikalischen und menschlichen Erfahrungen“ machen durfte.

In dem Film kommen neben Proben- und Konzertausschnitten Celibidaches Sohn Serge Ioan Celebidachi, Zeitzeugen der Berliner Philharmoniker, die Hornistin des Orchesters Sarah Willis, die junge französische Dirigentin Marie Jacquot, sein letzter Dirigierschüler Rémy Ballot und der rumänische Dirigent Cristian Măcelaru zu Wort. Sie geben einen Einblick in die Persönlichkeit, die Arbeitsweise und das Musikverständnis von Sergiu Celibidache.

Der Komponist Paul Dessau – Von Hamburg über Hollywood in die DDR

Der Komponist Paul Dessau – Von Hamburg über Hollywood in die DDR

Der Komponist Paul Dessau – Von Hamburg über Hollywood in die DDR

Ein Film von Anne-Kathrin Peitz, 53 min., NDR/ARTE 2023

Nächste Ausstrahlung: 17. September 2023 auf ARTE

Paul Dessau ist Geiger, Dirigent, Komponist und Musiklehrer. Er schreibt Operetten- und Filmmusik – sowohl zu Bergfilmen mit Leni Riefenstahl als auch zu Trickfilmen Walt Disneys. Im Ersten Weltkrieg ist der gebürtige Hamburger Soldat, im Zweiten jüdischer Exilant in Frankreich und in den USA. In Hollywood arbeitet er auf einer Hühnerfarm und schreibt als anonymer „Notensklave“ die Klänge zu einigen Zelluloid-Blockbustern.

Als überzeugter Kommunist geht Paul Dessau 1948 in die DDR. Er arbeitet mit Bertolt Brecht sowie seiner vierten Frau, der Regie-Ikone Ruth Berghaus, und prägt maßgeblich die sozialistische Musikszene und Bühnenkunst. Seine „Thälmann-Kolonne“ wird zum Gassenhauer, gleichzeitig wird er wegen seiner oft eigenwilligen Klangsprache als Formalist verschrien. Er wird zum nach außen gefeierten, nach innen angefeindeten DDR-Staatskomponisten.

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Der Film skizziert ein Künstlerleben zwischen Anpassung und Abstoßung, politischem Idealismus und musikalischer Individualität, in dem sich wie unter einem Brennglas die wechselhafte deutsch-deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts verdichtet. Mit über 430 Werken ist Paul Dessau ein Arbeitswütiger, mit seiner explosiven, oft sperrigen Klangsprache ein Unbequemer, der Gesellschaft verändern und mitgestalten möchte und mit fast naiver Unerschütterlichkeit an der kommunistischen Idee festhielt.

Interviewpartner von Politiker Gregor Gysi bis zum amerikanischen Jazz-Komponisten Jack Cooper lassen nicht nur mit Worten, sondern tatsächlich puzzelnd das Portrait eines deutschen Künstlers entstehen.

Im Labyrinth – Der Musiker Jörg Widmann

Im Labyrinth – Der Musiker Jörg Widmann

Im Labyrinth – Der Musiker Jörg Widmann

Ein Film von Holger Preuße, 42 / 52 min., BR/ARTE 2022
Der Film wurde mit dem Deutschen Kamerapreis 2023 in der Kategorie "Bester Schnitt" ausgezeichnet.

Nächste Ausstrahlung: 18. Juni um 23:50 Uhr auf ARTE

Die Musik bekommt ein Eigenleben in dem Moment des Schreibens, so Jörg Widmann. Sie schlüpft gleichsam in einen eigenen Körper und wird zu einem Lebewesen, das seiner eigenen Wege geht. So bleibt es Fragment, denn es ist nicht das, was er beabsichtigt hatte. Das Labyrinth ist für Jörg Widmann ein Bild, das diesen Zustand beschreibt. Es ist zu seinem Lebensthema geworden, das er mittlerweile auch in sechs Stücken musikalisch verarbeitet hat. Im Labyrinth verliert man sich, stößt an, es sind Momente, „wo es nicht weitergeht. Und das ist etwas, was ich im Komponieren oft als problematisch und sehr schmerzhaft erfahre. So glückhaft das Komponieren auch ist.“ Aus dem Labyrinth des Komponierens führt ihn der Klarinettist, der er ebenso ist – seit vielen Jahren einer der besten der Welt – und mehr und mehr der Dirigent.

Wir folgen Jörg Widmann in sein Labyrinth, greifen dabei nach dem roten Faden, der sein Leben durchzieht. Erleben mit ihm das Auf und Ab, die euphorischen wie auch die krisenhaften Momente des Schreibens. Entdecken ihn hinter und auf der Bühne. Und stellen dabei fest, dass es ein ganzes Bündel von Fäden ist, die sich bei ihm zu einem Knäuel verstricken, wobei der Komponist ohne den Klarinettisten, der Dirigent ohne den Komponisten, Jörg Widmann ohne den Menschen nicht zu denken ist.

Der Film begleitet Jörg Widmann bei der Komposition seines Trompetenkonzertes „Towards Paradise“ (Labyrinth VI), das im Auftrag des Gewandhausorchesters Leipzig und des Boston Symphony Orchestra entsteht – von den ersten Entwürfen bis zur Uraufführung. Als Klarinettist und Dirigent sehen wir ihn bei den Salzburger Festspielen, im Boulez Saal und Konzerthaus Berlin, erleben den Universalmusiker gemeinsam mit Daniel Barenboim, mit Anne Sophie Mutter, für die er sein 6. Streichquartett komponiert hat, und auf einer Taiwan-Tournee mit seiner Schwester, der Geigerin Carolin Widmann.

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