Pierre-Laurent Aimard spielt Olivier Messiaen

Pierre-Laurent Aimard spielt Olivier Messiaen

Pierre-Laurent Aimard spielt Olivier Messiaen

Regie: Martin Baer, SWR/ARTE 2022, 52 min.

Nächste Ausstrahlung: 24. April um 00:50 Uhr, ARTE

Der „Catalogue d’oiseaux“ („Vogelkatalog“) gehört zu den wichtigsten Werken von Olivier Messiaen. Er hat die 13 Klavierstücke zwischen 1956 und 1958 komponiert. Was zunächst eher nach einem ornithologischen Nachschlagewerk klingt, kann in seiner Bedeutung als ungewöhnliches und brillantes Klavierwerk nicht hoch genug geschätzt werden. Bislang gab es keine Filmaufnahmen des „Vogelkatalogs“ mit dem wichtigsten Messiaen-Interpreten Pierre-Laurent Aimard für das Fernsehen. ARTE schließt diese Lücke nun.

Pierre-Laurent Aimard ist der führende Interpret von Olivier Messiaens Klavierwerk. Als Schüler von Messiaens zweiter Ehefrau Yvonne Loriod am Conservatoire de Paris hatte er einen sehr frühen musikalischen wie persönlichen Bezug zu Olivier Messiaen. Bereits als 16-Jähriger gewann er den Messiaen-Wettbewerb. Im Ensemble Intercontemporain von Pierre Boulez, einem der Schüler von Messiaen, war er erster Solopianist. Für seine Einspielung „Hommage à Messiaen“ wurde er mit dem Echo Klassik Preis ausgezeichnet.

In dieser Produktion aus der Berliner Kirche St. Canisius vom 17. Dezember 2021 spielt Pierre-Laurent Aimard folgende Stücke aus Messiaens „Catalogue d’oiseaux“:

„Le traquet stapazin“ („Der Schwarzohrige Steinschmätzer“)
„Le courlis cendré“ („Der Eurasische Brachvogel“)
„L’alouette calandrelle“ („Die Kalendrierte Lerche“)
„L’alouette lulu“ („Die Heidelerche“)
„Le merle bleu“ („Die Blaumerle“)

 

Die Sendung gibt es ab dem 24. April 2022 in der ARTE Mediathek.

Die Stimme der Vögel – Olivier Messiaen, Komponist und Ornithologe

Die Stimme der Vögel – Olivier Messiaen, Komponist und Ornithologe

Die Stimme der Vögel – Olivier Messiaen, Komponist und Ornithologe

Ein Film von Holger Preuße und Philipp Quiring, SWR/ARTE 2022, 52 min.

Nächste Ausstrahlung: 24. April um 23:55 Uhr, ARTE

Vimeo

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Vimeo.
Mehr erfahren

Video laden

Für Olivier Messiaen sind die Vögel „die größten Musiker, die unseren Planeten bewohnen“. Ihre endlosen Melodien mit feinsten Tonabstufungen, ihr variantenreicher Gesang und die unendliche Vielfalt an Rhythmen sind das Lebenselixier des französischen Musikers. Anlässlich seines 30. Todestages am 27. April 2022 erzählen wir Olivier Messiaens Geschichte aus der Perspektive der Vögel.

Messiaen lernt die Vögel schon in jungen Jahren kennen und als er mit Anfang 20 aus der französischen Provinz nach Paris kommt, flattern sie weiter in seinem Kopf. Als Organist der Pfarrkirche La Trinité in Paris sind sie es, die ihm ihre Gesänge anvertrauen, über die er improvisiert. Musikbegeisterte aus ganz Europa pilgern zu ihm. Wie ein Heiliger zieht er die Menschen an. Mit großer Spannung wird 1983 die Uraufführung seiner Oper in Paris erwartet: In „Der Heilige Franz von Assisi“ („Saint François d’Assise“) spielen die Vögel eine zentrale Rolle. Die Vögel sind für ihn etwas Metaphysisches, die direkte Verbindung zu Gott.

Vor dem Hintergrund der „Stimme der Vögel“ schildert der Film das bewegte Leben des Komponisten und Ornithologen Messiaen anhand von musikalischen Beispielen und Erzählungen ausgesuchter Gesprächspartner: Da ist der Dirigent Kent Nagano, die Cellistin Camille Thomas, die Ondes Martenot Interpretin Natalie Forget und der Organist Thomas Lacôte, der Messiaen-Biograf Peter Hill, der DJ und Biologe Dominik Eulberg und nicht zuletzt Pierre-Laurent Aimard, der exemplarisch ausgewählte Passagen aus Messiaens „Catalogue d’oiseaux“ („Vogelkatalog“) anschaulich erläutert.

 

Die Sendung gibt es ab dem 24. April 2022 in der ARTE-Mediathek.

Sternstunden der Musik | Nigel Kennedy & die vier Jahreszeiten

Sternstunden der Musik | Nigel Kennedy & die vier Jahreszeiten

Sternstunden der Musik | Nigel Kennedy & die vier Jahreszeiten

Ein Film von Silvia Palmigiano und Isabel Hahn, ZDF/arte und C Major Entertainment, 43 min.

Sendetermin bei ARTE: 10.04.2022 um 18:15 Uhr

Als Nigel Kennedy 1989 Vivaldis ‚Vier Jahreszeiten‘ einspielt, mischt er die Klassikwelt auf. „Punk-Geiger“ wird der Musiker von der Presse betitelt und von vielen belächelt. Doch die Platte verkauft sich besser als jedes andere Klassikalbum davor und danach. Kennedy gelingt es, Berührungsängste eines Publikums zu überwinden, dem Klassik bis dahin zu elitär war. Der Film erzählt vom überraschenden Aufstieg eines Außenseiters zum Superstar und einer Vivaldi-Interpretation, die Kultstatus hat.

Als Nigel Kennedy der Plattenfirma EMI seine Vision eines neuen Klassik-Albums vorstellt, sind zunächst alle skeptisch. Kommt er doch eher leger daher: Seine Haare stehen ab, sein Outfit ist ein wilder Mix aus Punk, Gothic und New Wave. Manager John Stanley wittert eine Chance: „Wenn Kennedy so sein darf wie er ist, könnt ihr Millionen Platten verkaufen.“ Er sollte recht behalten.

Der Film nimmt die Zuschauer mit ins Jahr 1989, als Kennedy und das English Chamber Orchester mit ihrer Einspielung von Vivaldis Vier Jahreszeiten die Musikwelt aufmischen. Die Aufnahme schafft es mit über drei Millionen verkauften Platten ins Guinnessbuch der Rekorde. Kennedy spricht ein Publikum an, das bislang Berührungsängste mit Klassik hatte.

Vimeo

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Vimeo.
Mehr erfahren

Video laden

Früh fällt der Schützling von Yehudi Menuhin als „Rebell“ auf: tagsüber studiert er an der renommierten Juilliard School, nachts spielt er in New Yorker Jazz-Clubs und lernt die Kunst der Improvisation – unter anderem von Stéphane Grappelli.

Kennedy erinnert sich: „Die Klassikwelt hat sich wie eine Zwangsjacke angefühlt. Ich musste etwas ändern, sonst wäre ich ausgestiegen. Ich hatte nichts zu verlieren.“ Bei der Aufnahme der ‚Vier Jahreszeiten‘ will er sich weder von der historischen Aufführungspraxis noch von der russischen Schule leiten lassen. Er sucht und findet eine Interpretation, die in die Zeit passt. Mit seiner Spielweise und seinem Look bricht er mit den Konventionen des klassischen Konzertbetriebs. Das sorgt sogar für Streit im Parlament des Vereinigten Königreichs.

In der wie ein Popkonzert gefilmten Konzertaufzeichnung sitzt das Londoner Publikum in Jeans und Pulli dicht am Bühnenrand. Die Outfits der Orchestermusiker und die Bühnenbeleuchtung wechseln je nach Jahreszeit. Stargeiger Maxim Vengerov zeigt, was an Kennedys Spiel revolutionär ist. Die Modedesignerin Esther Perbandt kommentiert: „Er ist Individualist und zieht sich nicht aus Marketing-Gründen so an.“ Nigel Kennedy selber sagt von sich: „Ich kann nur der sein, der ich bin. Und so bin ich halt.“

Mit seiner Aufnahme hilft Kennedy jungen Musikern, die Grenzen und Regeln der Klassikwelt zu hinterfragen. Dabei hat er die Tür ganz weit aufgestoßen – für ein Publikum, das Vivaldis Musik ansonsten ferngeblieben wäre.

7 Leben für die Musik – Die Familie Kanneh-Mason

7 Leben für die Musik – Die Familie Kanneh-Mason

7 Leben für die Musik – Die Familie Kanneh-Mason

Ein Film von Catharina Kleber, ZDF/3sat 2022, 60 min.

Eine Familie mit sieben Kindern, jedes einzelne ein musikalisches Ausnahmetalent. Die Kanneh-Mason Geschwister beweisen mit begeisternder Energie und großem Erfolg, dass klassische Musik nicht nur von Weißen für Weiße ist. Die Dokumentation „7 Leben für die Musik – Die Familie Kanneh-Mason“ von Catharina Kleber gibt mitreißende, emotionale und überraschende Einblicke in das private und berufliche Leben der Familie.

© Chris O'Donovan

Mit Sheku fing alles an: Das englische Königshaus lud den Gewinner der „BBC Young Musician Competition 2016“ ein, um die Trauung von Prinz Harry und Meghan Markle auf dem Cello zu begleiten. Über Nacht war er weltberühmt und zog seine Geschwister mit ins Rampenlicht. Isata, die älteste der sieben, spielt beim Schleswig-Holstein Musikfestival, die kleine Schwester Jeneba in der Londoner Wigmore Hall, jede und jeder machen ihren Weg. Sie treffen dabei auf prominente Namen, auf Simon Rattle und Christoph Eschenbach, auf Daniel Hope und Thomas Hampson. Vor allem aber gehen sie gemeinsam durchs Leben und stärken einander im Besteigen der Siegertreppchen der Welt. So tritt die Familie in der Royal Albert Hall bei einem der legendären BBC Proms Konzerte auf und spielt in den sagenumwobenen Abbey Road Studios eine CD ein.

Vimeo

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Vimeo.
Mehr erfahren

Video laden

Die Eltern sind oft dabei, aber die Kinder werden von ihnen nicht gedrillt wie Bach, Mozart oder die Jackson Five. Kadie und Stuart, mit ihren Wuzeln in Sierra Leone und der Karibik, sind selbst vom Talent und Willen ihrer sieben Kinder überrascht. Sie schaffen es, diese Eigenschaften zu fördern, ohne sie zu überfordern.

Die Dokumentation porträtiert alle Mitglieder der Familie, blickt auf ihre Wünsche und Ziele, aber auch auf ihre Hürden und Sorgen. Sie ist bei den Proben im Wohnzimmer, beim Kicken auf dem Fußballplatz und bei vielen Konzerten dabei. Die Familie weiß, dass es auch heute für schwarze Musikerinnen und Musiker schwer ist, in der Klassikszene erfolgreich zu sein. Aber sie zeigt überzeugend, dass es auf keinen Fall so bleiben darf.

The Lucky Tenor – José Carreras wird 75

The Lucky Tenor – José Carreras wird 75

The Lucky Tenor – José Carreras wird 75

Ein Film von Beatrix Conrad, BR/WDR/SWR und C Major Entertainment 2021, 45 min.

Das Privatleben von José Carreras lief nicht immer so glanzvoll und ungetrübt wie seine Weltkarriere: Seine Familie wurde vom Franco-Regime verfolgt, seine Mutter stirbt an Krebs, als er gerade mal 18 Jahre ist, Ende der 80er Jahre erkrankt er an Leukämie. Damals noch ein sicheres Todesurteil. Carreras nimmt den Kampf auf und überlebt als einer der ersten Patienten, bei dem eine Knochenmarktransplantation durchgeführt wird.

Vimeo

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Vimeo.
Mehr erfahren

Video laden

Gerade der Umgang mit den tragischen Momenten seines Lebens verrät viel über den Menschen hinter dem Opernstar. Er ist ein unermüdlicher Kämpfer, ein großer Kommunikator und ein gnadenloser Optimist. Seine Energie stellte er nicht zuletzt 1990 mit der Gründung der „Drei Tenöre“ an der Seite von Luciano Pavarotti und Placido Domingo unter Beweis. Kurz vor der Gründung war Carreras Teil der ersten Einspielung der „West Side Story“ von Leonard Bernstein, in der er als einziger Spanier die Hauptrolle des amerikanischen Tony übernahm.

Das mittlerweile 30jährige Engagement für die José Carreras Leukaemia Foundation sind ein weiterer Beweis für die unbeugsame Natur des Spaniers: Jahr für Jahr lädt er die Stars nach Leipzig zu seiner Spendengala ein. Über 220 Millionen Euro kamen dabei bisher zusammen – auch das ein beeindruckendes Lebenswerk.

Ein bewegendes Abschiedskonzert gibt der Tenor in seiner zweiten musikalischen Heimat: in der Wiener Staatsoper. Das Publikum bedankt sich bei ihm mit minutenlangem Applaus. Danke und Adieu an The Lucky Tenor.