Klangwütig – Ein Jahr an der Karajan-Akademie

Klangwütig – Ein Jahr an der Karajan-Akademie

Klangwütig – Ein Jahr an der Karajan-Akademie

Ein Film von Isabel Hahn & Silvia Palmigiano, ZDF/arte, 52 min., 2022

bis 20.01.2023 verfügbar in der ARTE-Mediathek

Nodoka Okisawa, Sara Ferrández und Lennard Czakaj sind drei von 30 Musiker:innen, die einen begehrten Platz an der Karajan-Akademie ergattert haben, der Kaderschmiede der Berliner Philharmoniker. Das bedeutet Unterricht und Konzerte mit einem der besten Orchester der Welt. Es bedeutet aber auch große Erwartungen und viel Druck.

Bratschistin Sara träumt von einer Solo-Karriere und arbeitet an ihrem YouTube Kanal. Sie möchte jungen Menschen klassische Musik näherbringen. Sie möchte Tabus brechen – denn sie findet in der klassischen Musik gibt es zu viele Konventionen, die keinen Sinn machen. Trompeter Lennard kommt nicht aus einem Musikerhaushalt. Seine erste Trompete hat er mit acht Jahren von seinen Eltern bekommen. Damals hatte er ein schlechtes Gewissen, weil er wusste, dass das Instrument sehr teuer ist. Er hat seitdem alles auf eine Karte gesetzt und hofft auf eine Stelle im Orchester. Einen Plan B hat er nicht. Nodoka erwartet ein Baby. Und damit ist sie wieder mit etwas konfrontiert, was ihrer Meinung in der Musik gar nichts zu suchen hat: Eine Dirigentin wird nicht immer akzeptiert und dann noch eine schwangere… Aber auf dem Podium vergisst sie dann alles – und schwebt.

Die Stimme der Vögel – Olivier Messiaen, Komponist und Ornithologe

Die Stimme der Vögel – Olivier Messiaen, Komponist und Ornithologe

Die Stimme der Vögel – Olivier Messiaen, Komponist und Ornithologe

Ein Film von Holger Preuße und Philipp Quiring, SWR/ARTE 2022, 52 min.

Nächste Ausstrahlung: 24. April um 23:55 Uhr, ARTE

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Für Olivier Messiaen sind die Vögel „die größten Musiker, die unseren Planeten bewohnen“. Ihre endlosen Melodien mit feinsten Tonabstufungen, ihr variantenreicher Gesang und die unendliche Vielfalt an Rhythmen sind das Lebenselixier des französischen Musikers. Anlässlich seines 30. Todestages am 27. April 2022 erzählen wir Olivier Messiaens Geschichte aus der Perspektive der Vögel.

Messiaen lernt die Vögel schon in jungen Jahren kennen und als er mit Anfang 20 aus der französischen Provinz nach Paris kommt, flattern sie weiter in seinem Kopf. Als Organist der Pfarrkirche La Trinité in Paris sind sie es, die ihm ihre Gesänge anvertrauen, über die er improvisiert. Musikbegeisterte aus ganz Europa pilgern zu ihm. Wie ein Heiliger zieht er die Menschen an. Mit großer Spannung wird 1983 die Uraufführung seiner Oper in Paris erwartet: In „Der Heilige Franz von Assisi“ („Saint François d’Assise“) spielen die Vögel eine zentrale Rolle. Die Vögel sind für ihn etwas Metaphysisches, die direkte Verbindung zu Gott.

Vor dem Hintergrund der „Stimme der Vögel“ schildert der Film das bewegte Leben des Komponisten und Ornithologen Messiaen anhand von musikalischen Beispielen und Erzählungen ausgesuchter Gesprächspartner: Da ist der Dirigent Kent Nagano, die Cellistin Camille Thomas, die Ondes Martenot Interpretin Natalie Forget und der Organist Thomas Lacôte, der Messiaen-Biograf Peter Hill, der DJ und Biologe Dominik Eulberg und nicht zuletzt Pierre-Laurent Aimard, der exemplarisch ausgewählte Passagen aus Messiaens „Catalogue d’oiseaux“ („Vogelkatalog“) anschaulich erläutert.

 

Die Sendung gibt es ab dem 24. April 2022 in der ARTE-Mediathek.

7 Leben für die Musik – Die Familie Kanneh-Mason

7 Leben für die Musik – Die Familie Kanneh-Mason

7 Leben für die Musik – Die Familie Kanneh-Mason

Ein Film von Catharina Kleber, ZDF/3sat 2022, 60 min.

Eine Familie mit sieben Kindern, jedes einzelne ein musikalisches Ausnahmetalent. Die Kanneh-Mason Geschwister beweisen mit begeisternder Energie und großem Erfolg, dass klassische Musik nicht nur von Weißen für Weiße ist. Die Dokumentation „7 Leben für die Musik – Die Familie Kanneh-Mason“ von Catharina Kleber gibt mitreißende, emotionale und überraschende Einblicke in das private und berufliche Leben der Familie.

© Chris O'Donovan

Mit Sheku fing alles an: Das englische Königshaus lud den Gewinner der „BBC Young Musician Competition 2016“ ein, um die Trauung von Prinz Harry und Meghan Markle auf dem Cello zu begleiten. Über Nacht war er weltberühmt und zog seine Geschwister mit ins Rampenlicht. Isata, die älteste der sieben, spielt beim Schleswig-Holstein Musikfestival, die kleine Schwester Jeneba in der Londoner Wigmore Hall, jede und jeder machen ihren Weg. Sie treffen dabei auf prominente Namen, auf Simon Rattle und Christoph Eschenbach, auf Daniel Hope und Thomas Hampson. Vor allem aber gehen sie gemeinsam durchs Leben und stärken einander im Besteigen der Siegertreppchen der Welt. So tritt die Familie in der Royal Albert Hall bei einem der legendären BBC Proms Konzerte auf und spielt in den sagenumwobenen Abbey Road Studios eine CD ein.

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Die Eltern sind oft dabei, aber die Kinder werden von ihnen nicht gedrillt wie Bach, Mozart oder die Jackson Five. Kadie und Stuart, mit ihren Wuzeln in Sierra Leone und der Karibik, sind selbst vom Talent und Willen ihrer sieben Kinder überrascht. Sie schaffen es, diese Eigenschaften zu fördern, ohne sie zu überfordern.

Die Dokumentation porträtiert alle Mitglieder der Familie, blickt auf ihre Wünsche und Ziele, aber auch auf ihre Hürden und Sorgen. Sie ist bei den Proben im Wohnzimmer, beim Kicken auf dem Fußballplatz und bei vielen Konzerten dabei. Die Familie weiß, dass es auch heute für schwarze Musikerinnen und Musiker schwer ist, in der Klassikszene erfolgreich zu sein. Aber sie zeigt überzeugend, dass es auf keinen Fall so bleiben darf.

The Lucky Tenor – José Carreras wird 75

The Lucky Tenor – José Carreras wird 75

The Lucky Tenor – José Carreras wird 75

Ein Film von Beatrix Conrad, BR/WDR/SWR und C Major Entertainment 2021, 45 min.

Das Privatleben von José Carreras lief nicht immer so glanzvoll und ungetrübt wie seine Weltkarriere: Seine Familie wurde vom Franco-Regime verfolgt, seine Mutter stirbt an Krebs, als er gerade mal 18 Jahre ist, Ende der 80er Jahre erkrankt er an Leukämie. Damals noch ein sicheres Todesurteil. Carreras nimmt den Kampf auf und überlebt als einer der ersten Patienten, bei dem eine Knochenmarktransplantation durchgeführt wird.

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Gerade der Umgang mit den tragischen Momenten seines Lebens verrät viel über den Menschen hinter dem Opernstar. Er ist ein unermüdlicher Kämpfer, ein großer Kommunikator und ein gnadenloser Optimist. Seine Energie stellte er nicht zuletzt 1990 mit der Gründung der „Drei Tenöre“ an der Seite von Luciano Pavarotti und Placido Domingo unter Beweis. Kurz vor der Gründung war Carreras Teil der ersten Einspielung der „West Side Story“ von Leonard Bernstein, in der er als einziger Spanier die Hauptrolle des amerikanischen Tony übernahm.

Das mittlerweile 30jährige Engagement für die José Carreras Leukaemia Foundation sind ein weiterer Beweis für die unbeugsame Natur des Spaniers: Jahr für Jahr lädt er die Stars nach Leipzig zu seiner Spendengala ein. Über 220 Millionen Euro kamen dabei bisher zusammen – auch das ein beeindruckendes Lebenswerk.

Ein bewegendes Abschiedskonzert gibt der Tenor in seiner zweiten musikalischen Heimat: in der Wiener Staatsoper. Das Publikum bedankt sich bei ihm mit minutenlangem Applaus. Danke und Adieu an The Lucky Tenor.

 

 

Der Karneval der Tiere – Ein Musikstück erzählt

Der Karneval der Tiere – Ein Musikstück erzählt

Der Karneval der Tiere – Ein Musikstück erzählt

Ein Film von Holger Preusse und Philipp Quiring, 52 min., WDR/ARTE 2021

Nominiert für den Rose d’Or-Award 2021 in der Kategorie „Arts“ sowie für den Golden Prague Award 2021

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Karikatur

Der „Karneval der Tiere“ (frz. „Le Carnaval des animaux“) ist sein bekanntestes Stück. Dabei wollte Camille Saint-Saëns es zu Lebzeiten nie veröffentlichen. Zum 100. Todestag des Komponisten im Dezember 2021 erzählt uns das Musikstück selbst, wie es zu dem geschwinden Geburtsakt der „Großen zoologischen Fantasie“ im Kopf des Komponisten kam. Es sind die Noten, die uns von ihrer Leidensgeschichte und von ihrem Triumph auf den großen Bühnen der Musikwelt berichten.

Camille Saint-Saëns‘ „Karneval der Tiere“ sollte nach dem Willen seines Schöpfers nur einmal erklingen, nämlich im März 1886, am Faschingsdienstag in einem Pariser Salon. Und nun stielt dieses Stück Camilles Saint-Saëns‘ anderen Werken seit hundert Jahren die Show. „Der Schwan“, „Das Aquarium“, die „Schildkröten“ und „Fossilien“ sind Evergreens. Regisseure haben Saint-Saëns‘ Musik nach Hollywood geholt und in ihren Filmen verwendet. Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes ist „Das Aquarium“ die Erkennungsmelodie. Namenhafte Autoren wie Peter Ustinov, Loriot und Roger Willemsen haben zum „Karneval“ Geschichten geschrieben – nicht immer zum Vorteil der Musik.

Der Saint-Saëns Biograf und Musikwissenschaftler Michael Stegemann sagt: „Ich würde dem ‚Karneval der Tiere‘ wünschen, dass er den ganzen Ballast der Popularisierungen eines Tages hinter sich lassen kann, dass man diesem Werk wirklich einmal zuhört und es sich so anschaut, wie es gemeint war, nämlich als eine unglaublich intelligente, witzige, aber eben auch anspruchsvolle Komposition, in der musikalische Meisterschaft und typisch französischer Esprit einander die Hand reichen.“

Der Film zeigt, dass der „Karneval“ mehr ist als die musikalische Charakterisierung und Überzeichnung verschiedener Tierarten, zu denen Camille Saint-Saëns auch die Gattung der „Pianisten“ zählt. Im „Karneval“ finden sich zahlreiche zeitgeschichtliche und biographische Bezüge, die die venezolanische Pianistin Gabriela Montero, die französisch-belgische Cellistin Camille Thomas und der US-amerikanische Organist und Komponist Cameron Carpenter aufzeigen.

Für die Dokumentation wurden Musiknoten aufwändig animiert, die uns die Geschichte aus der Perspektive des Musikstückes erzählen. Die Rolle des Sprechers hat der Schauspieler Sebastian Koch übernommen. Ein eigens für den Film zusammengestelltes Orchester lässt die Musik des „Karnevals der Tiere“ erklingen.

Camille Saint-Saens am Schreibtisch