Sternstunden – Anne-Sophie Mutter und Herbert von Karajan: Das Beethoven-Konzert
Sternstunden der Musik | Anne-Sophie Mutter und Herbert von Karajan – Das Beethoven-Konzert
Ein Film von Eric Schulz, ZDF/arte und C Major Entertainment, 43 min.
In der legendären Zusammenarbeit zwischen Herbert von Karajan und Anne-Sophie Mutter nahm das Violinkonzert von Beethoven eine Sonderstellung ein. Mit keinem Werk traten sie häufiger gemeinsam auf als mit diesem berühmtesten aller Violinkonzerte.
Ein alter Magier spricht aus der Seele und mit der Geigenstimme eines Teenagers. Hierin bestand und besteht ein Teil der Faszination dieser musikalischen Partnerschaft. Sechzehn war die junge Geigerin bei ihrem Beethoven-Debüt unter Karajan und Zwanzig beim letzten Durchlauf. Und beide Male war kein Publikum im Saal. Während sich das aufsehenerregende Debüt auf Schallplatte in aller Welt verbreitete, blieb die filmisch dokumentierte letzte Aufführung bis über Karajans Tod hinaus unveröffentlicht und anschließend auf Video Disc weitestgehend unbeachtet. Dabei war das die eigentliche Sternstunde!
Es könnte sogar mit Fug und
Recht als das kostbarste Dokument der gemeinsamen Zusammenarbeit bezeichnet werden. Eine Sternstunde zweier Weltstars und kaum jemand weit und breit, der davon Notiz nahm? Wie kann das sein? Wir begeben uns auf die Suche, denn musikalische Sternstunden kommen nicht aus heiterem Himmel. In der Retrospektive öffnen wir den Blick und lassen Neues entstehen.
Vierzig Jahre nach ihrem Beethoven-Debüt mit Karajan und den Berliner Philharmonikern ist Anne-Sophie Mutter mit dem Beethoven-Konzert auf den Konzertpodien der Welt unterwegs. Sie kann unbeschwert und ohne wehmütig-verklärenden Blick zurückschauen und mit uns die Geschichte dieses Konzertes in der Zusammenarbeit mit Karajan nacherleben.



n Massen. „Horowitz war so populär wie ein Rockstar, es war als ob die Beatles oder die Rolling Stones ein Konzert gaben. Die Leute waren bereit die ganze Nacht auf der Straße zu schlafen, um ein Ticket zu bekommen, egal ob in New York oder in Moskau“, so Peter Gelb, der ehemalige Musikmanager von Horowitz.
„DAS Konzert“ – so schlicht und doch so bezeichnend wird es bei den Berliner Philharmonikern intern heute genannt. Das sogenannte ‚Mauerfallkonzert‘ vom 12. November 1989 ist das wahrscheinlich ergreifendste Konzert im Europa der Nachkriegszeit.
l Barenboim erinnert sich: „Am Freitag, dem 10. November kamen die beiden Orchestervorstände zu mir und fragten mich, ob ich bereit wäre, ein Konzert zum Mauerfall zu dirigieren. Ich sagte natürlich sofort zu, und es war ein unvergessliches, einmaliges Konzert. Anschließend überreichte mir eine Frau mit zitternder Hand Blumen, neben ihr stand ein junger Mann. Es war ihr Sohn. Als Baby hatte ihr Mann ihn mit den Westen genommen. Seit damals hatte sie ihr Kind nicht wiedergesehen. Durch den Fall der Mauer hatten sie nun endlich zusammengefunden. Sie sagte zu mir: ‚Wie konnten wir das besser feiern als durch dieses Konzert mit Ihnen und den Philharmonikern! Dafür möchten wir Ihnen danken.’“